Ist Paris wirklich „the place to be“ für Start-ups in Frankreich?

Etwa die Hälfte der ca. 10.000 französischen Start-ups sind im Raum rund um die Hauptstadt aktiv. In Deutschland verteilen sich die ca. 70.000 Start-ups größtenteils auf die drei Hotspots Berlin, München und Hamburg. In Paris leben nicht nur rund 18 Prozent der Bevölkerung Frankreichs, sondern es gibt auch ein ausgesprochen dichtes Netz an Start-ups, Unternehmen, Vereinen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Laut dem Goethe-Institut wird Paris von vielen als das „Silicon Valley Europas“ bezeichnet; die Rolle der Stadt und ihrer Umgebung ist nicht wegzudenken. Bei einem zentralistisch geprägten Staat wie Frankreich überrascht dies nur wenig. 

Doch gibt es auch weitere Städte, die für bestimmte Aktivitäten oder Sektoren interessant sein könnten und die ihr bei eurem Internationalisierungsprojekt in Betracht ziehen solltet? In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die wirtschaftliche Lage weiterer Metropolen und Metropolregionen in Frankreich.

Über dieses Themengebiet gibt es einiges zu erzählen. Um euch so viele Informationen wie möglich zu geben, machen wir daraus eine Artikelreihe. Also bleibt dabei, wir werden euch bald noch weitere erwähnenswerte und interessante Städte vorstellen, die ihr unbedingt auf dem Schirm haben solltet.

Start-up Szene: Frankreich vs. Deutschland - Worin liegt der Unterschied?

Um eine Vernetzung zwischen den Start-ups zu gewährleisten, hat der französische Staat dreizehn “French Tech Metropolen” ausgezeichnet, während der deutsche Staat eine “Initiative Digital Hubs” startet. Der Unterschied dieser Initiativen liegt darin, dass in Deutschland jeder der zwölf Hubs eine thematische Spezialisierung aufweist. In Deutschland ist die Start-up-Szene lokal und sektoriell aufgestellt. In Frankreich wiederum stehen die Städte als solche im Vordergrund, die nicht unbedingt einen sektoriellen Bezug haben.

Staatliche Initiativen für landesweite Innovation

Um Innovationen und Unternehmensgründungen landesweit zu fördern, führte die französische Regierung bereits 2016 die Initiative FrenchTech ein. Die Idee hinter diesem Label? Die lokale Start-up-Szene und ihr Ökosystem strukturieren, zu fördern und zu vernetzen, um sicherzustellen, dass französische digitale Lösungen international konkurrenzfähig sind. Aktuell besteht das Netzwerk aus 13 FrenchTech-Metropolen, 45 FrenchTech-Communities in Frankreich und 63 FrenchTech-Communities in 100 Städten auf der ganzen Welt, die täglich auf lokaler Ebene mit dem Ökosystem interagieren. Zu den FrenchTech-Metropolen gehören zum Beispiel: Lille French Tech, Lyon French Tech, Digital Grenoble, French Tech Aix-Marseille, Montpellier Métropole Numérique, French Tech Toulouse, Bordeaux Métropole Numérique, Nantes Tech, La French Tech Rennes. Die Initiative unterstützt den Start-up-Sektor beispielsweise durch die Vernetzung mit potenziellen Investoren, bei der Suche nach passenden Profilen, mit einem Accelerator-Programm oder auch bei der Beantwortung legaler Fragen.

Mit French Impact gibt es in Frankreich außerdem eine weitere staatliche Initiative, die lokale Impact-Projekte vernetzt und fördert. Dabei wird Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor vorangetrieben, damit soziale und ökologische Innovationen für gesellschaftliche Herausforderungen besser und schneller vorankommen. Neben der Schaffung einer nationalen Community wird auch der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten erleichtert. Die Initiative umfasst heute 27 French-Impact-Hubs landesweit.

Eine blühende Start-up-Szene ist ein starker Indikator für Innovation und gute Gründungsbedingungen – aber natürlich nicht der einzige. Im folgenden Abschnitt sehen wir uns drei wichtige französische Metropolregionen näher an und gehen darauf ein, womit sie überzeugen können.

Lyon liegt im östlich-zentralen Teil des Landes und gilt neben Paris als eines der wichtigsten Wirtschaftszentren Frankreichs. Es ist, gemessen am BIP, die zweitstärkste Region Frankreichs und viertstärkste Region Europas. Dabei spielt sicherlich die strategische Position als europäischer Knotenpunkt eine entscheidende Rolle. Auch ein hohes Innovationspotenzial, wie z. B. der French Impact Hub Lyon Métropole und das Start-up-Zentrum H7 zeigen, und eine junge aktive Bevölkerung, die auch durch die rund 30 renommierten Grandes Écoles (französische Exzellenzuniversitäten) in die Region Rhône gelockt wird, tragen zur Attraktivität der Metropole bei.

Die lokale Wirtschaft zeichnet sich durch eine bedeutende Software-Industrie aus. Aber auch weitere Sektoren fallen ins Gewicht: das Gesundheitswesen mit den Riesen Sanofi und bioMérieux sowie eines Schulungszentrum der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Internationalen Krebsforschungszentrum Circ, Mobilität rund um das Innovationslabor für das Thema Smart Cities TUBA, Chemie und Cleantech, Biotechnologie oder auch die Textilindustrie. Wusstet ihr eigentlich, dass der Sitz von Interpol in Lyon ist?

Lille

Lille liegt im Norden Frankreichs. Die Lage der Stadt ist einer ihrer großen Vorteile, da viele europäische Städte von hier aus leicht mit dem Zug zu erreichen sind: weniger als 80 Minuten nach Paris, 1,5 Stunden nach London, 30 Minuten bis Brüssel. 

Als drittgrößtes Universitätszentrum Frankreichs befinden sich hier 115.000 Studenten, 3.500 Forscher, sowie 80 Labore und Forschungszentren. Neben diesem wissenschaftlichen Potenzial setzt sich die Metropolregion für Innovation ein, indem sie mit Strukturen zur Unterstützung von Unternehmensgründern (z. B. Inkubatoren wie EuraTechnologies, Euralimentaire oder Eurasanté) und den damit verbundenen Finanzierungsmöglichkeiten lockt.

Außerdem gibt es in Lille ein breites Netzwerk an dynamischen und innovativen kleinen und mittleren Unternehmen: mehr als 2.000 Einrichtungen mit rund 41.000 Mitarbeitern. Diese Region ist besonders auf die Bereiche IoT, Cybersicherheit, Daten und Digitalisierung spezialisiert.

Montpellier liegt in Südfrankreich und ist die siebtgrößte Stadt des Landes. Aktuell wird dort der Innovationsort La Halle de l’Innovation gebaut. Diese Büroräume, die 2022 eingeweiht werden sollen, werden aufstrebenden Start-ups zur Verfügung gestellt, um im Sinne der FrenchTech-Bewegung ein lokales Ökosystem zu unterstützen.

Weiteres Zeichen der Innovationsfähigkeit der Metropole? Sie durfte sich als zweite Region nach dem Pariser Großraum mit dem FrenchTech-Label schmücken. Das unterstreichen auch die Ergebnisse des Business & Innovation Centre (BIC) in Montpellier, das laut UBI Global zu den Top 5 der weltweiten Inkubatoren gehört. 

Das BIC hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, das Metropolgebiet mit dem Projekt Med Vallée zu einem europäischen Spitzenstandort in den Bereichen Gesundheit, Umwelt und Ernährung zu machen. Der Großraum Montpellier, mit seiner landwirtschaftlichen Vielfalt, ist darüber hinaus besonders auf Industrie, Landwirtschaft, Handwerk, Tourismus und Forschungspezialisiert.

Unser Fazit

Allgemein steht außer Frage, dass Frankreich viel mehr Vielfalt als nur seine Hauptstadt zu bieten hat. Die verschiedenen Regionen bringen verschiedene Vorteile und Spezialisierungen mit sich. 

Aus diesem Grund solltet ihr euch – auch wenn ihr euch am Ende vielleicht für Paris entscheidet – trotzdem ansehen, welche anderen Orte für euer Expansionsprojekt infrage kommen. Vielleicht stoßt ihr dabei auf die ein oder andere Überraschung und entdeckt Orte und Projekte, die ihr bei eurer weiteren Entwicklung im Auge behalten wollt.

Gerne diskutieren wir mit euch darüber, welcher Ort oder welche Region für euer Start-up oder Unternehmen in Frankreich der beste Fit ist.

Entwickelt die richtige internationale Expansionsstrategie, um die Länder mit dem größten Wachstumspotenzial zu bearbeiten Internationale Expansion ist eine Herausforderung für B2B-Softwareunternehmen, die weltweit expandieren wollen.

Ein Unternehmen zu internationalisieren endet nicht, wenn der Markteintritt geglückt ist. Spoiler alert: Dann fängt das Unterfangen erst an. Hier erfährst du mehr über 3 Grundlagen der Internationalisierung, die dir die erfolgreiche Kooperation der internationalen Teams erleichtern werden.

Im Rahmen einer internationalen Expansion wird man an allen Ecken …

Melden Sie sich für unseren Wyngs-Newsletter an und verpassen Sie keine News mehr rund um Internationalisierung.

Mehr gefällig?
Unser monatlicher Newsletter versorgt dich mit Fallstudien, Interviews, Tools und, und, und.

Kontakt

Haben Sie Fragen? Lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir Ihr Unternehmen bei der Internationalisierung unterstützen können und wie Sie Ihr volles Wachstumspotenzial erreichen können.

Zeit für Sie und einen Kaffee (oder Tee) haben wir immer!

*Pflichtfeld

Wyngs benötigt die Kontaktinformationen, die Sie uns zur Verfügung stellen, um Sie bezüglich unserer Dienstleistungen zu  kontaktieren. Sie können sich jederzeit von diesen Benachrichtigungen abmelden. Informationen zum Abbestellen sowie unsere  Datenschutzpraktiken finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sie möchten ein erstes unverbindliches Gespräch mit uns führen und mehr über eine potentielle Zusammenarbeit erfahren? Buchen Sie hier ganz einfach ein Gespräch mit Andrea.

Logo Collective Thinking

International Readiness Workshop

The status quo before the project

The DACH market had been identified by the Collective Thinking management as a strategic target market in Europe. First business development and sales actions have been conducted by the first German team and a GmbH had been established. 
The CT team wanted to continue to build their knowledge of the German market, the identification of key partners, key client groups in order to better evaluate business development potential and sales targets. This knowledge shall help define an appropriate strategic and operational marketing approach for CT in the DACH markets. CT is also in the process of raising a Series A funding round, a European approach can be evaluated in this project.

What we did

Wyngs wanted to support the Collective Thinking Team to create a strategic and operational roadmap for optimized business development and marketing/communication, with a special focus on developing the DACH markets – Germany, Austria and Switzerland.

We prepared a 1-day workshop, divided into 2 major parts:

  • Review of existing actions, the discovery of the key players and potential business development partners, enhancing market knowledge. 
  • Creation of a strategic and operational business development and marketing plan for 2021. 

Presentation of results of the workshop in the form of a roadmap to concretely address the mentioned challenges.

The “International Readiness” workshop with Wyngs allowed the German team of Collective Thinking to better understand and define the needs of the German market, particularly in terms of marketing strategy & business development. If you too are planning to develop internationally, Wyngs would be a very good partner to succeed in these first steps, which are essential for successful development.

CEO Vincent

Vincent Susplugas

CEO Collective Thinking

The “International Readiness” workshop with Wyngs allowed the German team of Collective Thinking to better understand and define the needs of the German market, particularly in terms of marketing strategy & business development. If you too are planning to develop internationally, Wyngs would be a very good partner to succeed in these first steps, which are essential for successful development.

CEO Vincent

Vincent Susplugas

CEO Collective Thinking

The “International Readiness” workshop with Wyngs allowed the German team of Collective Thinking to better understand and define the needs of the German market, particularly in terms of marketing strategy & business development. If you too are planning to develop internationally, Wyngs would be a very good partner to succeed in these first steps, which are essential for successful development.

CEO Vincent

Vincent Susplugas

CEO Collective Thinking